Der Ursprung

Initiator der Reise nach China – genauer Huai’An und Shanghai – war das Mitglied der Wir! IAIT (Institut für Automatisierung und Industrie Technologie GmbH). Dieses Unternehmen versteht sich als Bindeglied zwischen Deutschland und China und als Partner für den Technologietransfer in puncto Industrie 4.0/IoT, vernetztem Manufacturing, Maschinen und Methoden zwischen chinesischen und deutschen Unternehmen. IAIT führt Delegationsreisen, Events und Bildungsinitiativen durch und baut überregionale Kontakte zu verlässlichen Netzwerken und Allianzen auf. IAIT bietet mit seinem Partnerunternehmen in China Dienstleistungen rund um das Thema Ost-West Kompetenz an.

Konkreter Anlass für die Delegationsreise unter Beteiligung des Wir! Anfang März war die Auslieferung einer „Lernfabrik“ an den von der chinesischen Regierung betriebenen Industriepark in Huai’An. Die Modelllinie wurde von IAIT zusammen mit dem Fraunhofer Institut in Lemgo entwickelt. Diese Demonstrationsanlage vereint verschiedene Technologien und wird nun in China im Auftrag des Governments für mindestens drei Jahre betrieben. Mit Hilfe dieser Anlage lernen lokale Unternehmen in China die deutsche Industrie in der Praxis kennen. Ausserdem bietet IAIT seinen Technologiepartnern nun dort Ausstellungsflächen an.

Am 06. März 2018 fand die feierliche Eröffnung und Übergabe mit mehr als 250 Teilnehmern statt. Die mitgereisten Vertreter des Wir! konnten auf Einladung des IAIT an diesem Event teilnehmen, Kontakte knüpfen und nicht zu Letzt hautnah Eindrücke von China gewinnen.

Claus Holtmann (Holtmann GmbH & Co. KG) hatte darüber hinaus noch Geschäftspartner aus der alten Kaiserstadt Xi’an eingeladen, die sehr beeindruckt und an weiterführender Beratung interessiert waren. Schon bald sollen in Xi’an weitere Gespräche und Konzeptionen für unterschiedliche Teilprojekte geführt werden.
„Wir waren alle ein wenig stolz, bei diesem für beide Seiten wichtigen Meilenstein dabei gewesen zu sein.“ sagt Claus Holtmann. Darüber hinaus sind solche Reisen überaus wichtige interkulturelle Erfahrungen, die – wie in diesem Falle – allen Beteiligten auch noch viel Spaß gemacht haben.

Persönliche Stimmen und Eindrücke

 

Andreas Schilling (Seis Akustik GmbH):

Meine Reise nach China.
30 Stunden bis zum Ziel. 5 Stunden Aufenthalt in Amsterdam, 4 Stunden in Shanghai.
Die Reise geht nach China, ein Land voller Gegensätze, mit speziellen Ritualen und Regeln, überwachend, entscheidungskräftig, innovativ.
„Erst kommt das Nest, dann kommt der Phoenix“ so erklärte Thomas Nolting vom IAIT im Vorbereitungsmeeting: Industriegebiete und Stadtteile schießen wie Pilze aus dem Boden, ein Milliarden-Investment. Erst nach und nach werden diese in Benutzung genommen. Manches daran ist fragwürdig, die präzise Ausrichtung auf Ziele der Weltwirtschaft durch die Politik beeindruckend und beängstigend zugleich.
Nach der Entdeckung dieses Phänomens und vieler historischer Stätten und Fabriken blieb dennoch Zeit für den Austausch der WIR!-Mitglieder untereinander. Dieser prägte meine Reise mindestens genauso sehr wie das Land selbst: So zum Beispiel Marena Heuer, die uns durch den Großstadtdschungel von Shanghai leitete, Claus Holtmann, der im „Kreuzverhör“ über Markt-und Messewelten souverän bestand oder Jörg Kleczka, mit dem die 5 Stunden in Amsterdam sehr unterhaltsam vergangen.
Ein besonderes Geburtstagsständchen machte Shanghais nachtruhenähnliche Stimmung gegen Mitternacht möglich: Kaum Autos auf der Straße, kaum ein Mensch zu sehen. Nur wir, inmitten einer Kreuzung der Weltmetropole Shanghai. „Jo“ Ziepke zum Geburtstag besingend. Gemeinsam Arm in Arm.
„Fremde werden Freunde“, so hörte ich es mal auf einem Konzert. Nun kann ich voller Überzeugung sagen: Das habe ich auf dieser Reise erlebt!
Danke für die großartigen Erlebnisse und den dabei gelebten Spirit unseres Wirtschaftklubs!

Jochen Ziepke (DAA Deutsche Angestellten-Akademie GmbH):

China  auf dem Weg zum Weltmarktführer
Eine Großstadt entsteht.
WIR! sind gestrandet in Huai’An, Provinz Jiangsu, Ost-China. Kennen Sie nicht? Sollten Sie aber!
Fast 5 Mio. Menschen leben im Großraum. Ein Meer von neuen Gebäuden entsteht. Überall Rohbauten von Hochhäusern, alles sehr weitläufig. Unsere Insel: Ein luxuriöses Hotel, vorgesehen für Parteifunktionäre und Geschäftsleute. Dazwischen – kaum wahrzunehmen, ein alter Tempel. Neues und Altes dicht bei einander. Die Dächer der älteren Gebäude stets geschmückt mit Drachenskulpturen, die Schutz vor Feuer gewähren sollen. Catherine, unsere Dolmetscherin, erklärt uns alles, natürlich in Englisch, das lernen schon die Kinder in der Schule.
Zhou Enlai, erster Premierminister der VR China, wurde in Huai’An geboren und residierte hier. Zu seinem 120. Geburtstag ist die ganze Stadt auf den Beinen. Freundliche, fröhliche Menschen um uns herum. Wir sind begehrte Fotomodelle.
Tradition und Moderne
Es ist uns eine große Ehre in der ersten Reihe zu sitzen und der Unterzeichnungszeremonie für den Industriepark der Region beizuwohnen.  Dieser Tag ist gleichzeitig der Beginn der Kooperation mit Fa. IAIT GmbH deren Geschäftsführer Thomas Nolting diese Reise möglich gemacht hat. Anschließend der Besuch des Industrieparks. Das Modell einer Fertigungsstraße 4.0 im Besucherzentrum. So wird hier in Zukunft produziert. Das traditionelle chinesische Mittagessen ist, wie immer, fürstlich.
Szenenwechsel, Nachmittag, an einer der Hauptstraßen:  Ein taiwanesischer Hersteller errichtet hier eine Mikro-Chip Produktion. Wir besichtigen die Baustelle und werden auch hier offiziell begrüßt. Überall wird gebaut, wie wir erfahren in rasender Geschwindigkeit von der Planung bis zur Ausführung. Für uns in Deutschland kaum vorstellbar, aber vielleicht doch der Maßstab an dem auch wir uns in Zukunft messen werden.
Der Tag endet mit einer weiteren örtlichen Tradition, dem der Besuch einer Karaoke-Bar. WIR! Haben uns super amüsiert. Was die anderen Gäste betrifft…?
Shanghai
Letzte Station der Reise: Shanghai, unvergleichbar und sehr beeindruckend. Wir hatten das Gefühl, in einem Science-Fiction-Film zu sein. Eine atemberaubende Skyline, futuristische Gebäude, nachts beleuchtet. Man muss es gesehen haben, beschreiben kann man das mit Worten kaum.
Wie sagt doch eine chinesische Weisheit: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte!“
Vielen Dank an das ganze Team, es war eine wunderbare Reise mit euch! Eine Reise mit dem echten WIR!-Gefühl.
Ein besonderer Dank geht an Thomas Nolting, der diese Reise ermöglicht hat sowie an Kirsten, Doris, Sam und Andy für die geradezu perfekte Organisation unseres China-Aufenthaltes.

Fotos: Andreas Schilling