Bodenfilteranlage am Flughafen – nachhaltig & ökologisch
Wie reinigt ein Flughafen sein Enteisungswasser – und was haben Boden, Bakterien und große Speicherbecken damit zu tun?
Am 17. September um 14:30 Uhr lädt der Hannover Airport und der Arbeitskreis Grüner Faden zu einem besonderen Blick hinter die Kulissen des Hannover Airport ein. Wir besuchen die Bodenfilteranlage des Flughafens und erleben vor Ort, wie nachhaltige Wasserwirtschaft in der Praxis funktioniert.
Flugbetrieb stellt besondere Anforderungen an den Umgang mit Wasser. Im Winter müssen Betriebsflächen und Flugzeuge enteist werden. Dabei gelangen organische Enteisungsmittel in das anfallende Oberflächenwasser. Obwohl diese Stoffe biologisch abbaubar sind, können sie bei einem direkten Eintrag in Gewässer zum Problem werden: Bei ihrem Abbau verbrauchen Mikroorganismen Sauerstoff und können dadurch die Gewässer belasten.
Der Hannover Airport hat deshalb einen eigenen Weg entwickelt: Das belastete Wasser wird aufgefangen, gezielt zwischengespeichert und anschließend über Bodenfilter gereinigt. Dabei macht sich die Anlage natürliche biologische Prozesse zunutze – technisch gesteuert und auf die besonderen Bedingungen eines Flughafens abgestimmt.
Wir folgen dem Weg des Wassers
Bei unserer Exkursion bleiben wir nicht im Besprechungsraum. Gemeinsam mit den Fachleuten des Hannover Airport gehen wir direkt durch die Anlage und verfolgen Schritt für Schritt, welchen Weg das Wasser nimmt.
Los geht es am Abscheider, in dem unter anderem Feststoffe zurückgehalten werden. Anschließend führt uns der Weg zu den großen Speicherbecken. Sie spielen eine entscheidende Rolle, denn Enteisungs- und Niederschlagswasser fallen nicht gleichmäßig an. Das Wasser wird deshalb zunächst gesammelt und anschließend kontrolliert und in einer für die Bodenfilter verträglichen Menge weitergeleitet.
Danach geht es zum Beschickungspumpwerk und zu den eigentlichen Bodenfilterbeeten. Hier wird besonders anschaulich, wie sich natürliche Prozesse und technische Steuerung miteinander verbinden lassen. Mikroorganismen im Boden bauen die organischen Belastungen ab. Damit dieser Prozess möglichst wirkungsvoll funktioniert, wird die Belastung der Filter gezielt gesteuert und an ihre biologische Leistungsfähigkeit angepasst.
Zum Abschluss erhalten wir einen Einblick in die Steuerung der Anlage und besuchen eines der großen Speicherbecken. So entsteht auf wenigen hundert Metern ein Gesamtbild davon, wie aus einer konkreten betrieblichen Herausforderung ein durchdachtes System der Wasserwirtschaft geworden ist.
Mehr als Wasserreinigung
Besonders interessant ist der Blick auf die Mehrfachwirkung des Konzepts. Die Speicherbecken gleichen nicht nur die stark schwankenden Wassermengen aus. Bereits während der Speicherung können natürliche Abbauprozesse einsetzen und die spätere Bodenfiltration entlasten.
Gleichzeitig schaffen die großen Speicherkapazitäten zusätzliche Reserven bei Starkregenereignissen. Wasser kann zunächst zurückgehalten und anschließend kontrolliert abgegeben werden. Damit verbindet die Anlage Gewässerschutz mit einem wichtigen Beitrag zur Anpassung an zunehmende Wetterextreme.
Und noch etwas lässt sich vor Ort entdecken: Rund um Bodenfilter und Speicherbecken sind Lebensräume entstanden, in denen sich eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt entwickelt hat. Die Exkursion zeigt damit auch, wie Wasserschutz, Klimaanpassung, Naturschutz und betriebliche Anforderungen zusammengedacht werden können.
Anschauen, nachfragen, diskutieren
Die Exkursion soll ausdrücklich kein klassischer Vortrag sein. Wir sind draußen unterwegs, schauen uns die einzelnen Stationen unmittelbar an und haben ausreichend Gelegenheit, Fragen zu stellen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Dabei geht es nicht nur darum, eine interessante Anlage kennenzulernen. Wir wollen auch diskutieren, welche Ideen sich aus solchen Lösungen für andere Unternehmen und Anwendungsbereiche ableiten lassen: Wo können natürliche Prozesse technische Lösungen sinnvoll ergänzen? Welche Rolle spielen Speicher und intelligente Steuerung? Und wie lassen sich Nachhaltigkeit und betriebliche Anforderungen so verbinden, dass daraus praxistaugliche Lösungen entstehen?
Termin: 17. September, 14:30 Uhr
Dauer: ca. 2 Stunden
Treffpunkt: direkt an der Bodenfilteranlage des Hannover Airport
Da wir uns überwiegend im Freien und teilweise auf Gras-, Sand- und Schotterflächen bewegen, empfehlen wir festes, wettergerechtes Schuhwerk.
Eine Anfahrtsskizze stellen wir auf dieser Seite zur Verfügung. Wer mit der S-Bahn zum Flughafen anreisen möchte, kann dies bei der Anmeldung angeben. Wir versuchen dann, eine Mitfahrmöglichkeit vom Flughafen zur Anlage zu organisieren. Auch Fahrgemeinschaften sind ausdrücklich willkommen.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Eine Anmeldung ist daher erforderlich.
Wir freuen uns auf einen ungewöhnlichen Nachmittag, spannende Einblicke hinter die Kulissen des Hannover Airport und vor allem auf einen lebendigen Austausch darüber, wie nachhaltige Lösungen in der Praxis funktionieren können.
Jetzt anmelden und nachhaltige Wasserwirtschaft vor Ort erleben!
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Hinweis zur Anfahrt
Die Zufahrt zur Bodenfilteranlage erfolgt teilweise über einen für den allgemeinen Verkehr gesperrten Weg. Die Zufahrt ist für Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Veranstaltung gestattet.
Bitte beachtet, dass es auf dem Weg zur Anlage vereinzelt zu einer Kontrolle kommen kann. In diesem Fall genügt der Hinweis, dass Ihr Gast des Hannover Airport seid und an der Veranstaltung bzw. Führung an der Bodenfilteranlage teilnehmt.
Für die Anfahrt nutzt bitte den unten verlinkten Google-Maps-Routenplaner. Ein Klick auf die Abbildung öffnet die Route direkt zum Treffpunkt an der Bodenfilteranlage. Ihr müsst lediglich Euren Startpunkt eingeben und werdet anschließend bis zum Treffpunkt geführt.
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